Rückblick: CEFU x alumni Lounge „Der Dortmunder Hafen, heute und morgen“ am 08. Juli 2026 

Am vergangenen Alumni x CEFU-Abend begrüßten wir Bettina Brennenstuhl, Vorständin der Dortmunder Hafen AG, zu einem spannenden Vortrag unter dem Titel „Der Dortmunder Hafen, heute und morgen“. Die Veranstaltung fand in besonderer Atmosphäre im historischen Alten Hafenamt statt, einem Gebäude mit großer Geschichte, das künftig verkauft werden soll. Gesucht wird ein Investor mit einer überzeugenden Vision für die zukünftige Nutzung dieses außergewöhnlichen Ortes, der normalerweise nicht öffentlich zugänglich ist.

In ihrem Vortrag gewährte Bettina Brennenstuhl den Teilnehmenden vielfältige Einblicke in die Entwicklung und die Zukunftsperspektiven des Dortmunder Hafens. Als größter Kanalhafen Europas nach Fläche ist der Dortmunder Hafen ein zentraler Wirtschafts- und Logistikstandort für die gesamte Region. Gleichzeitig steht er vor erheblichen Herausforderungen: Da die Hafenflächen ausschließlich verpachtet werden und kaum Raum für Wachstum besteht, müssen langfristige strategische Entscheidungen über die zukünftige Nutzung der vorhandenen Infrastruktur getroffen werden.

Ein besonderer Fokus lag auf der Bedeutung des Hafens für die Energie- und Verkehrswende. Insbesondere im Bereich des Schwer- und Großgütertransports übernimmt der Standort eine wichtige Rolle. So werden beispielsweise Komponenten für Windkraftanlagen zunehmend größer und stellen die bestehenden Binnenhafenstrukturen vor neue Herausforderungen. Neben der begrenzten Kapazität der Schleusen wird vor allem die Lagerung dieser Bauteile zu einer zentralen Zukunftsfrage. Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, werden derzeit verschiedene Konzepte zur Schaffung zusätzlicher Freiflächen diskutiert.

Kontrovers diskutiert wurde zudem die sogenannte Speicherstraßenentwicklung, bei der Teile des Hafengebiets für Freizeit-, Büro- und andere Nutzungen umgewandelt werden sollen. Bettina Brennenstuhl machte deutlich, dass solche Entwicklungen stets im Spannungsfeld zwischen Stadtentwicklung und industrieller Nutzung stehen. Die Auswirkungen auf Infrastruktur, Beschäftigte und Bürgerinnen und Bürger müssten dabei stärker berücksichtigt und transparenter kommuniziert werden.

Darüber hinaus betonte sie die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Entwicklungskonzepts für den Hafen. Einzelne Projekte allein reichten nicht aus, um den Standort langfristig zukunftsfähig aufzustellen. Besonders im Bereich der Kreislaufwirtschaft sieht die Dortmunder Hafen AG großes Potenzial, nachhaltige Geschäftsmodelle und neue Wertschöpfungsketten in der Region zu etablieren.

Im Verlauf des Abends wurde außerdem deutlich, dass die Bedeutung der Wasserwege in Deutschland häufig unterschätzt wird. Während Straße und Schiene deutlich stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert sind und von einer gut organisierten Interessenvertretung profitieren, bleibt die zentrale Rolle der Häfen für Wirtschaft, Energieversorgung und nachhaltige Logistik oft im Hintergrund. Dabei ist der Dortmunder Hafen ein unverzichtbarer Akteur für die wirtschaftliche Entwicklung der Region und ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Umsetzung der Energie- und Verkehrswende.

Wir bedanken uns herzlich bei Bettina Brennenstuhl für die spannenden Einblicke und den offenen Austausch sowie bei allen Teilnehmenden für einen gelungenen Alumni x CEFU-Abend.

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