Am 4. Februar 2026 fand im Rahmen der CDL-Ideen-Lunchbox in Kooperation mit dem CEFU ein kompakter, praxisnaher Impuls zum Thema „Digitalisierung und KI in der Produktentwicklung“ statt. Prof. Marcel Bartz, Leiter des Lehrstuhls für Konstruktion und Produktentwicklung an der Fakultät Maschinenbau, gab den Teilnehmenden einen breiten Überblick darüber, wie digitale Werkzeuge entlang des gesamten Produktlebenszyklus eingesetzt werden können, von der frühen Entwicklung bis hin zum Betrieb.
Im Mittelpunkt standen digitale Methoden, die in der Produktentwicklung bereits heute einen spürbaren Mehrwert liefern können: Simulationen zur Auslegung und Optimierung, KI-gestützte Strukturoptimierung und generatives Design zur schnelleren Variantenfindung sowie digitale Zwillinge zur Kopplung virtueller Modelle mit realen Sensordaten. Besonders anschaulich wurde dies anhand von Beispielen aus der Windkraft und Elektromobilität, bei denen Sensorik und Datenanalyse genutzt werden, um Zustände zu überwachen, Muster zu erkennen und Ausfälle frühzeitig vorherzusagen (Condition Monitoring und Predictive Maintenance). Ergänzend wurde gezeigt, wie Virtual Reality und Augmented Reality in Entwicklung, Montageplanung oder Training unterstützen können, etwa durch Bauteilerkennung und virtuelle Prozesssimulation.
Ein zentraler Teil des Austauschs drehte sich um die Herausforderungen für kleine und mittlere Unternehmen. Diskutiert wurden vor allem der hohe Einstieg durch Lizenzkosten, Infrastruktur und Datenbasis, der oft unklare Return on Investment sowie fehlende Zeit und Kompetenzen im Tagesgeschäft. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Unternehmen konkrete Hebel sehen, insbesondere bei schnelleren Entwurfsphasen, verkürzter Time-to-Market, besserer Entscheidungsunterstützung und einer systematischeren Produktoptimierung auch im Sondermaschinenbau.
Zum Abschluss stand die Frage im Raum, wie der Transfer in die Praxis gelingen kann. Prof. Bartz skizzierte verschiedene Kooperationswege, von niederschwelligen Proof-of-Concepts und Abschlussarbeiten bis hin zu bilateralen Projekten oder öffentlich geförderten Vorhaben (zum Beispiel über ZIM). Die Diskussion zeigte, dass der größte Nutzen häufig dort entsteht, wo konkrete Anwendungsfälle identifiziert und Schritt für Schritt in ein realistisch umsetzbares Projekt überführt werden.
Wir danken Prof. Marcel Bartz für den inspirierenden Überblick und allen Teilnehmenden für die lebhafte Diskussion. Die Ideen-Lunchbox hat erneut gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen Wissenschaft und regionalen Unternehmen ist, um Digitalisierung nicht nur als Buzzword zu verstehen, sondern als pragmatischen Werkzeugkasten für bessere Produkte und Prozesse.

